Elitestudiengang Osteuropastudien
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Studienfächer

Studierende der Osteuropastudien wählen an einer der beiden beteiligten Universitäten einen Studienschwerpunkt und ein Ergänzungsfach.

Studienschwerpunkte

Geschichte (LMU München, Universität Regensburg)

Die Lehrveranstaltungen im Fach Geschichte arbeiten die historischen Dimensionen gegenwärtiger Problemlagen in Ost-, Ostmittel- und Südosteuropa heraus. Der zeitliche Horizont reicht vom Beginn des 18. Jahrhunderts bis in die Gegenwart. Ein Schwerpunkt liegt auf der Analyse historischer und gegenwärtiger Antagonismen von imperialen und nationalen Ordnungsprinzipien in Osteuropa. Es geht darum, die geschichtliche Entwicklung von imperialen, nationalen, religiösen und regionalen Identitäten mit ihren Gegenwartsbedeutungen verständlich zu machen. Weitere Schwerpunkte liegen auf der Konfliktforschung sowie auf der historischen Entwicklung der Beziehungen zwischen Ost- und Westeuropa.

Politikwissenschaft (LMU München)

Das Fach Politikwissenschaft führt komparativ in die politischen Systeme osteuropäischer Länder ein. Dabei wird Wissen sowohl über die politischen Institutionen als auch über den Willensbildungsprozess durch Parteien und Verbände vermittelt. Die osteuropäischen Politikerfahrungen werden mit denen westlicher Demokratien verglichen und im Hinblick auf die europäische Integration diskutiert.

Rechtswissenschaften (Universität Regensburg)

Der Schwerpunkt des Studienangebots liegt auf dem EU-Recht und der Thematik der Menschenrechte. Im EU-Recht wird der institutionelle Aufbau analysiert. Hierbei werden die Funktionen der Organe und die Wirkungsweise der Rechtsakte erläutert. Insbesondere wird das Verhältnis zu den neuen Mitgliedstaaten in Mittel-, Ost-und Südosteuropa in Betracht gezogen. Besonderes Augenmerk wird aber auch auf das Verhältnis der EU zu anderen Staaten wie zur Russischen Föderation und zur Ukraine gerichtet. Der Schutz der Grund-und Menschenrechte in diesen Staaten wird besonders thematisiert. Dies geschieht mit besonderer Bezugnahme zur Europäischen Menschenrechtskonvention.

Slavistik (LMU München, Universität Regensburg)

Im slavistischen Lehrprogramm nimmt in der Literaturwissenschaft der Begriff der Identität eine wichtige Stellung ein. Das Lehrprogramm der Slavistik thematisiert komparativ verschiedene slavische Literaturen, ihre Kontakte untereinander sowie mit nicht-slavischen Kulturen. Ein weiterer Schwerpunkt des Lehrprogramms liegt auf der Literatursoziologie, namentlich der Rolle der Literatur für die Herausbildung sozialer Identitäten, und der Bedeutung von Literatur in politischen und gesellschaftlichen Transformationsprozessen.

In der Linguistik stellen neben den klassischen Untersuchungsgegenständen dieser Disziplin (Phonologie, Morphologie, Syntax, Semantik und Pragmatik) die Themen Textlinguistik, kognitive Linguistik, Soziolinguistik sowie die Psycholinguistik und formale Aspekte der Sprachbeschreibung weitere Schwerpunkte der Lehre dar. Dabei wird nicht nur ein Einblick in die reiche Tradition und aktuelle Vielfalt slavistischer Sprachwissenschaft vermittelt, sondern auch ein Überblick über die grundlegenden und aktuellen Diskussionen der allgemeinen Linguistik gegeben.

Türkische und Osmanische Studien (LMU München)

Das Osmanische Reich war eines der drei Imperien, die seit der frühen Neuzeit Osteuropa entscheidend prägten. Es integrierte religiös und ethnisch sehr diverse Bevölkerungsgruppen und bildete mit den aus ihm heraus entstehenden nationalen Nachfolgestaaten eigene Formen der Moderne heraus. In den Türkischen und Osmanischen Studien stehen Kultur- und Gesellschaftsgeschichte seit der frühen Neuzeit bis in die Gegenwart im Vordergrund, wobei ein besonderes Augenmerk darauf gelegt wird, das Osmanische Reich beziehungsweise die Republik Türkei nicht nur als eine nahöstliches oder islamische Erscheinung zu betrachten, sondern in ihren europäischen Bezügen zu untersuchen. Darüberhinaus setzen sich einzelne Veranstaltungen mit der türkischsprachigen Literatur in ihrem historischen Kontext auseinander.

Ergänzungsfächer 

Alle oben genannten Studienschwerpunkte können auch als Ergänzungsfach gewählt werden. Darüber hinaus können Studierende sich auf folgende Ergänzungsfächer spezialisieren.

Albanologie (LMU München)

Hauptziel des Faches Albanologie ist die Kompetenzvermittlung für den gesamtalbanischen Sprach- und Kulturraum in wechselseitiger Beziehung mit anderen national bezogenen Sprach- und Kulturräumen auf dem West- und Zentralbalkan. Das Fach vermittelt Wissen über die albanische Sprache, Literatur, Volks- und Landeskunde sowie die albanische Geschichte. Besondere Aufmerksamkeit wird auf die albanische Philologie und die albanischen Sprache samt ihrer Varietäten gelegt. Möglich ist sowohl eine historische Ausrichtung des Studiums im Rahmen der Südosteuropaforschung, der vergleichenden und historischen Sprachwissenschaft und Sprachkontaktforschung als auch eine gegenwärtige Ausrichtung, die den Schwerpunkt auf Spracherwerb, allgemeine Sprachwissenschaft, Typologie, Dialektologie und Soziolinguistik legt.

Europäische Ethnologie (LMU München)

Angesichts des raschen und tiefgreifenden Transformationsprozesses im östlichen Europa und des dynamisch wachsenden Ost-West-Austausches kommt dem Verständnis des Kultur- und Gesellschaftswandels eine besondere Bedeutung zu. Das Lehrprogramm der Europäischen Ethnologie legt darauf den Schwerpunkt. Neben der Wissensvermittlung über kulturelle und gesellschaftliche Prozesse in Mikro- und Makrokontexten im östlichen Europa geht es in den Lehrveranstaltungen auch um die Vermittlung der spezifischen Methoden der Europäischen Ethnologie.

Finnougristik (LMU München)

Die Finnougristik nähert sich dem Themenkomplex Osteuropa mit einem Fokus auf die Nationalstaaten Ungarn, Estland (und Finnland), deren historische und heutige Bedeutung, sowie verschiedenen Minderheiten in benachbarten Ländern, insbesondere der uralischen Volksgruppen in der Russischen Föderation. Im Zentrum des philologisch ausgerichteten Studiums stehen ausgewählte Aspekte zu Sprach- und Literaturwissenschaft, sowie Fragestellungen des gesellschaftlichen und kulturellen Lebens, Folklore, Ethnologie und Geschichte der finnisch-ugrischen Völker. Für den Fremdsprachenerwerb werden unter anderem regelmäßig Sprachkurse in Ungarisch und Estnisch angeboten, weitere osteuropäische Minderheitensprachen wie z.B. Chantisch, Mansisch, Südestnisch, Marisch in unregelmäßigem Rhythmus.

Jüdische Geschichte und Kultur (LMU München)

Innerhalb des Elitestudienganges Osteuropa widmet sich das Fach Jüdische Geschichte und Kultur insbesondere der Neueren und Neuesten Geschichte der Juden unter Berücksichtigung ihrer mittelalterlichen Geschichte. Ausgehend von den zentralen jüdischen Lebensräumen Mittel- und Osteuropa werden die Wege einer diasporischen Gemeinschaft beschrieben, die sich durch hohe soziale und geographische Mobilität auszeichnet. Themen wie Jüdische Erinnerungskultur und Geschichtsschreibung finden dabei besondere Berücksichtigung.

Neogräzistik (LMU München)

Die Neogräzistik befasst sich mit den Fundamenten und der historischen Genese von Literatur und Kultur des modernen Griechenlands, Zyperns und der griechischen Diaspora. Auch umfasst sie die früheren griechischsprachigen Gebiete im ehemaligen Osmanischen Reich, in den italienischen Seerepubliken (etwa das venezianische Kreta und Zypern) und in Südosteuropa. Kernbereiche des Fachs in Forschung und Lehre sind die neugriechische Sprache, Literatur, Kunst, Kultur und Geschichte vom 16. Jahrhundert bis zur Gegenwart, wobei der Epochenschwerpunkt der Neogräzistik an der LMU auf der Zeit nach 1800 liegt. Hervorragende Aspekte in der Geschichte des Fachs sind die Rezeption von Antike und Byzanz, die deutsch-griechischen Beziehungen und der interkulturelle Transfer zwischen dem griechischen Sprach- und Kulturraum und Europa. Neuere Ansätze fokussieren auf der Analyse griechischer und internationaler Kulturphänomene in Film und anderen Medien und den Herausforderungen der digitalen Welt.

Rumänistik (LMU München)

Eine ausführliche Beschreibung des Ergänzungsfaches wird in Kürze hinzugefügt.

Vergleichende Literaturwissenschaft (Universität Regensburg)

Die Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft befasst sich mit der Geschichte und Poetik der deutschen, slavischen, englischen, amerikanischen und romanischen Literaturen. Sie widmet sich zudem dem Verhältnis der Literatur zu den neueren Medien. Ihre Fachinhalte werden durch ein enges Verhältnis zu den kunst-, kultur-, und sozialwissenschaftlichen Nachbardisziplinen und interdisziplinäre Aufgaben bestimmt. Arbeitsgebiete sind u. a.: wissenschaftstheoretische Grundlagen der Literaturwissenschaft; Theorien der Produktion, Distribution und Rezeption von Literatur, anderen Künsten und neuen Medien; Untersuchungen zum Wandel literarischer Motive, Stile und Darstellungsformen innerhalb einer Literatur und beim Übergang von einer in eine andere Literatur.

Volkswirtschaftslehre (Universität Regensburg)

Das Lehrangebot gliedert sich in zwei Blöcke, wobei im ersten Block Veranstaltungen enthalten sind, die spezifisches Wissen über die mittel- und osteuropäischen Volkswirtschaften vermitteln. Thematische Schwerpunkte umfassen Arbeitsmärkte, Institutionen, Wirtschaftswachstum und Wirtschaftsgeschichte. Eine spezielle Fokussierung auf den Transformationsaspekt erfolgt nicht mehr, da 20 Jahre nach dem Fall des Eisernen Vorhangs hier mittlerweile die wichtigsten Prozesse bereits zu einem mindestens vorläufigen Abschluss gekommen sind. Im zweiten Block erfolgt eine noch stärker analytisch ausgerichtete Wissensvermittlung internationaler und interregionaler Zusammenhänge. Hierbei steht nicht so sehr ein bestimmter geographischer Bezug im Vordergrund als vielmehr die Analyse von Determinanten und Wirkungen wirtschaftlicher und regionaler Integration allgemein. Sowohl realwirtschaftliche als auch monetäre Integrationsaspekte werden berücksichtigt.