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Veranstaltung: Online-Podiumsdiskussion „Erinnern an zwei Diktaturen? Aufarbeitungskonkurrenz im Baltikum“

Die Diskussion ist der Teil der Reihe „Transitional Justice“ der Bundesstiftung Aufarbeitung und wird am 11. Mai um 18 Uhr stattfinden.

28.04.2021

Die Bundesstiftung Aufarbeitung führt ab Februar 2021 bis Mai 2022 gemeinsam mit dem Beauftragten der Bundesregierung für die neuen Bundesländer die Veranstaltungsreihe „Transitional Justice“ durch. In zehn Veranstaltungen werden anhand verschiedener Länderbeispiele die unterschiedlichen Formen und Aspekte von gesellschaftlichen und rechtlichen Aufarbeitungsprozessen nach Krieg, Gewaltherrschaft und Diktatur(en) vorgestellt. Moderiert wird die Reihe von Tamina Kutscher, Chefredakteurin von dekoder.org.

Die dritte Veranstaltung der Reihe rückt die Debatten unter dem Titel „Erinnern an zwei Diktaturen? Aufarbeitungskonkurrenz im Baltikum“ um Erinnerungskultur und den Umgang mit der Vergangenheit in Estland, Lettland und Litauen in den Mittelpunkt. Die drei baltischen Staaten wurden mit der Unterzeichnung des Hitler-Stalin-Paktes am 23. August 1939 dem sowjetischen Machtbereich zugeordnet, durch die Rote Armee besetzt und bis 1990 der Union der Sozialistischen Sowjetrepubliken einverleibt. Unterbrochen wurde die sowjetische Besatzung von 1941 bis 1944 durch die nationalsozialistische deutsche Besatzung. Wie gehen die heutigen baltischen Staaten mit dieser doppelten Diktaturgeschichte um, die brutale Willkür, Gewalttaten, Massenverhaftungen, Massenliquidationen und Deportationen verursachte? Welche Ansätze der Transitional Justice gab es nach der wiedererlangten Unabhängigkeit 1990 in diesen Staaten? Wie kann an das Unrecht aus sowjetischer Zeit erinnert werden, ohne das Unrecht, das mit der deutschen Besatzung einherging, zu relativieren? Kann man von einer Aufarbeitungskonkurrenz sprechen?

Im Gespräch:

  • Prof. Dr. Violeta Davoliūtė, Universität Vilnius |
  • Dr. Meelis Maripuu, Estnisches Institut für historisches Gedächtnis, Tallinn |
  • Lolita Tomsone, Žanis-Lipke-Gedenkstätte, Riga

Die Veranstaltung wird als Online-Podiumsdiskussion stattfinden und auf zwei Streams in englischer und deutscher Sprache übertragen. Der Livestream auf Deutsch kann am 11. Mai 2021 ab 18:00 Uhr unter folgendem Link abgerufen werden: https://youtu.be/r0bsdUHYzGE

Eine Übersicht zur Veranstaltungsreihe „Transitional Justice“ ist auf diesem Flyer: https://www.bundesstiftung-aufarbeitung.de/sites/default/files/uploads/files/2021-01/ek_justice_de.pdf. Alle Mitschnitte sind dann in der Mediathek der Bundesstiftung Aufarbeitung zu finden.