Elitestudiengang Osteuropastudiien
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Leerstellen des Zweiten Weltkriegs in München und Umgebung - Unbekannte Orte der nationalsozialistischen Gewalt

Oktober 2014 - November 2015

Der elfte Jahrgang des Elitestudiengangs Osteuropastudien der LMU München und der Universität Regensburg beschäftigte sich seit Herbst 2014 unter Leitung von Dr. Marketa Spiritova und Ekaterina Makhotina mit wenig bekannten Orten der Erinnerung an den Zweiten Weltkrieg in München und Umgebung. Die Ergebnisse werden in einer interaktiven Karte dargestellt.

Flyer_zugeschnitten

 Im Jahr 2014 kamen über 800.000 Menschen nach Dachau, um die KZ-Gedenkstätte zu besuchen und der Grauen zu gedenken, die hier bis Ende April 1945 stattgefunden haben. Der Ort ist wie wenige andere eng mit dem Nationalsozialismus verknüpft. Aber wer denkt an Zwangsarbeit und nationalsozialistisches Unrecht, wenn er in Utting am Badesee liegt oder in der Grundschule an der Münchner Stielerstraße seine Kinder abholt?

Der elfte Jahrgang des Elitestudiengangs Osteuropastudien beschäftigte sich mit der Allgegenwärtigkeit der nationalsozialistischen Verbrechen, die in der Fabrik oder auf dem Bauernhof ‚nebenan‘ passierten. Der besondere Fokus des Projekts lag dabei auf der Geschichte von Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeitern aus den Staaten des östlichen Europas. Aus ihrer Heimat deportiert, mussten sie unter unmenschlichen Bedingungen schwere körperliche Arbeit leisten, viele von ihnen fanden dabei ihren Tod. Bis heute leiden die Überlebenden unter der geringen öffentlichen wie finanziellen Anerkennung ihrer leidvollen Erfahrung, die sie ihr ganzes Leben prägte.

Diese Menschen und Orte sollen nicht unsichtbar bleiben: Auf einer interaktiven Karte von München und Umgebung, die auf Archivrecherchen, Interviews mit Betroffenen und teilnehmenden Beobachtungen von Gedenkveranstaltungen basiert, wurden sie im November 2015 der Öffentlichkeit vorgestellt.

Ein Ort, der insgesamt sieben "Leerstellen", ist die Grundschule an der Stielerstraße in München, wo Häftlinge des KZ-Dachau untergebracht waren.

Am 18. Mai 2017 berichteten die Projektleiterinnen Dr. Marketa Spiritova und Dr. Ekaterina Makhotina zusammen mit den Studierenden Sophie Rathke, Susanne Maslanka und Theresa Weiß über die Spurensuche.

Der Vortrag fand im Rahmen der Veranstaltungsreihe "Drinnen oder draußen?- Zusammenleben in Europa" des Kultureferats der Landeshaupstadt München in Kooperation mit zahlreichen Partnern statt.

BILDERGALERIE PROJEKTPRÄSENTATION

Weitere Informationen zum Projektkurs finden Sie hier.

Pressestimmen zum Projektkurs:

Verdrängte Geschichte der Schande, Süddeutsche Zeitung vom 17. Juli 2017

Münchner Leerstellen, Süddeutsche Zeitung vom 2. Dezember 2015